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Nach dem Festzug am Dienstagnachmittag wird auf der Festwiese der neue Schützenkönig ermittelt. Die Schützen, die sich um die Königswürde bewerben, schießen reihum auf einen Holzklotz, den sogenannten "Vogel", der auf einer Stange befestigt ist. Auch wenn der Holzklotz relativ einfach zu treffen ist, so brauchen die Aspiranten doch etliche Schüsse mit den Kleinkalibergewehren, um den Klotz zu zerlegen.

Grundsätzlich kann sich jeder Schütze um die Königswürde bewerben. Allerdings ist diese mit beträchtlichem zeitlichem und finanziellem Aufwand, auch für die Gattin des Schützenkönigs, verbunden.
Während man die Stunden gewiss nicht mehr zählen kann, kursieren hinsichtlich der Kosten immer wieder Gerüchte, die von einem sechsstelligen Betrag sprechen.
Selbst wenn die Summe nicht ganz so hoch sein sollte, so ist es vor diesem Hintergrund verständlich, dass nur etwa zwei bis vier der über 5.000 Schützen ihre Bewerbung jährlich an das
Komitee richten. Dieses entscheidet letztlich auch über die Zulassung der Aspiranten.

Da der Kreis der Bewerber erst unmittelbar vor dem Königsschiessen bekannt gegeben wird, ist das Spekulieren um diese Frage und das Pflegen der Gerüchte ein beliebter Neusser Volkssport - nicht nur unter den Schützen.
Mit seinem erfolgreichen Schuss rückt der siegreiche Aspirant für (mindestens) ein Jahr in den Fokus der Neusser Öffentlichkeit und wird spätestens mit seiner Krönung am darauffolgenden Samstag zu einer schillernden Persönlichkeit des gesellschaftlichen Lebens.